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Kategorie:Soziales Netzwerk

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Bei alle Anwendungen, die wir in dieser Kategorien betrachten, steht der Mensch und seine Beziehungen im Mittelpunkt. Die Rede ist von sozialen Onlinenetzwerken, auch zu finden unter dem Begriff Social-Network-Dienste (SND) oder Online Social Networks (OSN). Diese wurden eigens dazu geschaffen, Freundes- und Bekanntenkreise ebenso wie Geschäftspartner miteinander zu verbinden.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines zu Social Networks

Merkmale

Abb 2 16 socialnetwork-struktur.jpg
  • Registrierung erforderlich
  • Profilseiten mit Interessen und Tätigkeiten
  • Daten liegen hauptsächlich in strukturierter Form vor
  • Beziehungen zu anderen Menschen dargestellt
  • Bekanntschaften über die sprichwörtlichen "fünf Ecken" werden nachvollziehbar gemacht (Social Graph)
  • Subtiler Informationsfluss über Statusmeldungen und automatisierte "Awareness"-Funktionen
  • starker Bezug zu realen Sozialbindungen

So funktioniert ein Social Network

Ein Nutzer meldet sich an, erstellt ein Profil zu sich selbst (die Angaben variieren je nach Art der Plattform) und lädt dann Freunde, Bekannte oder Geschäftspartner zur Teilnahme am Netzwerk ein. Wenn die Freunde wiederum ihre Freunde einladen, so werden diese für den ersten Nutzer Bekannte zweiten Grades, und deren Bekannte sind dann die Kontakte dritten Grades und so weiter. Auf diese Weise kommen schnell die Netzwerke mit Hunderten oder Tausenden von Kontakten zustande. Mit der Vermittlungsfunktion zwischen ihren vielen Nutzern ersetzen sie mittlerweile nicht nur die traditionellen Medien mit ihren Kleinanzeigen-Märkten, sondern auch Portale wie monster.de für den Stellenmarkt oder neu.de für Partnervermittlungen.In sozialen Netzwerken haben die teilnehmenden Personen die Möglichkeit mit einander auf verschiedenen Ebenen zu kommunizieren. Diese reichen von komplexen Nachrichten, über kurze Kommentare bis zur non-verbalen Kommunikation.

Öffentliche Social Networks

Bekannte Social Networks im WWW

  • Facebook. Im Jahr 2008 wurde Facebook zum populärsten Social Network der Welt. Hier halten über 400 Millionen offiziell registrierte Nutzer weltweit Kontakt zu Freunden, Kommilitonen und Kollegen. Mit unzähligen spielerischen Anwendungen hilft die Seite den Nutzern dabei, ihr Sozialleben zu organisieren. Facebook ist aber durch den Umgang mit sensiblen Daten auch das umstrittenste OSN.
  • LinkedIn. Zahlreiche Manager und Geschäftsleute haben diese Plattformen als professionelles Werkzeug entdeckt. Sie nutzen sie, um an neue Aufträge zu kommen, informieren sich über Businesspartner oder finden neue Mitarbeiter. Die Plattform zählt weltweit über 75 Millionen Mitglieder, genutzt wird das Programm auf Englisch.
  • Xing. Die europäische Version von LinkedIn. Auch hier geht es hauptsächlich um die Suche nach geschäftlichen Kontakten. Im deutschsprachigen Raum zählt Xing zu den erfolgreichsten Anbietern. Die Plattform ging 2003 unter dem Namen OpenBC online und zählt heute weltweit über neun Millionen Mitglieder. Die Oberfläche gibt es in 16 verschiedenen Sprachen. Wer besondere Privilegien, sprich ein paar zusätzliche Funktionen des Programms, genießen möchte, kann sich ab 4,95 Euro pro Monat eine Premiummitgliedschaft erkaufen.
  • Google+.

Daneben existieren zahlreiche privat-freundschaftliche Netzwerke, so zum Beispiel:

  • MySpace ist eine mehrsprachige Website, die es den Nutzern ermöglicht, kostenlose Benutzerprofile mit Fotos, Videos, Blogs, Gruppen usw. einzurichten. Mit über 130 Millionen Mitgliedern ist MySpace eine der größten Communitys im WWW. Der Schwerpunkt von MySpace liegt seit Gründung durch Tom Anderson im Jahre 2003 auf der Musik. Anderson nutzte seine Kontakte zu Künstlern und Bands und überzeugte sie davon, sich »ihren MySpace« einzurichten. Damit wurde es möglich, dass Bands und Fans miteinander in Kontakt treten konnten, was zu Beginn der größte Erfolgsfaktor der Website war. Da der ehemalige Marktführer MySpace im Vergleich zu Facebook an Bedeutung verloren hat, soll das Netzwerk in den kommenden Jahren zu einer Entertainment-Plattform weiterentwickelt werden.
  • studiVZ. Die Zielgruppe dieser beliebten Plattform sind Studenten, Alumni und Abiturienten. Der Sinn ist es also, Kommilitonen zu vernetzen, Informationen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Das Profil der Mitglieder enthält neben den Hobbys und Interessen auch den Namen der Hochschule und die besuchten Veranstaltungen. Gleichgesinnte können sich somit finden, eine Lerngruppe bilden und sogar geschlossene Diskussionsforen einrichten. In studiVZ sind über sechs Millionen Mitglieder registriert.

Neben diesen in Deutschland bekannten Netzwerken gibt es zahlreiche Communities, die in anderen Ländern und Kulturkreisen heimisch sind.

  • Orkut. Die Plattform von Google. Benannt nach dem Vornamen des Entwicklers, begann dieses Netzwerk sehr exklusiv: Nur Google-Mitarbeiter und ausgewählte Stars durften beitreten. Mittlerweile ist das Netzwerk komplett geöffnet und wird hauptsächlich von 20- bis 30-Jährigen in Brasilien und Indien genutzt.
  • ASmallWorld. Während die gängigen Social Networks das Ziel haben, möglichst viele Mitglieder anzuwerben, möchte ASmallWorld ganz exklusiv bleiben. Nur von »trusted members« eingeladene Personen dürfen sich anmelden. Kurz gesagt: eine Plattform für die Reichen, Schönen und Berühmten, oder diejenigen, die es werden wollen.

Eigenschaften und Unterschiede

Die oben genannten Plattformen variieren zum Teil erheblich in der Realisierung der Grundfunktionen und in ihrem Angebot an zusätzlichen Features. Es wird deutlich, dass die Unterschiede zwischen Business- und Freundschaftsnetzwerken eine entscheidende Rolle spielen.Zugang zum Netzwerk. Theoretisch gibt es mehrere Ansätze, wie die Aufnahme eines Mitglieds in einem Netzwerk gehandhabt werden kann. So kann dies über Empfehlung oder Einladung bereits registrierter Nutzer geschehen oder über spezielle Einladung des Betreibers des Netzwerks, zum Beispiel für bestimmte Expertennetze. Die Anmeldung kann aber auch ganz uneingeschränkt über eine einfache Onlineregistrierung erfolgen.

Das Mitgliederprofil. Anhand des beim Anmelden auszufüllenden Mitgliederprofils kann der Nutzer wählen, wie er sich den anderen präsentieren will. Wir nennen es ganz bewusst »wählen«, weil die eingegebenen Daten von niemandem überprüft werden. Natürlich geben die Plattformen mit dem Formular schon ein jeweiliges Setting vor: Während bei Xing großer Wert auf Informationen zu Ausbildung, Karriere und Expertise gelegt wird, werden bei studiVZ eher private Angaben zu Lieblingsbüchern und Hobbys abgefragt.

Ausgereifte Suchfunktionen. Sein Profil in das Netzwerk zu stellen und dieses gelegentlich zu aktualisieren, böte selbstverständlich keinen Mehrwert gegenüber älteren Intranetportalen, die auch schon über diese Art der Mitgliederverwaltung verfügten. Der besondere Clou der sozialen Onlinenetzwerke liegt in ihrer ausgeklügelten Suche und den Funktionen zum Vernetzen und Verwalten der Kontakte.

Kontakte differenzieren. Die Verknüpfungen zu anderen Mitgliedern werden auf den Plattformen unterschiedlich realisiert. So ist z. B. die (A)Symmetrie der Verbindungen. In der Regel sind sie wechselseitiger Natur, das heißt, dass beide Seiten eingewilligt haben müssen, wenn zwischen zwei Kontakten eine Verbindung angezeigt wird, was in einer Gruppe »gleichberechtigter« Personen anzuraten ist. Eine Verknüpfung, die nur in eine Richtung funktioniert, gibt es zum Beispiel bei Facebook oder bei StumbleUpon, wo es Star-/Fanbeziehungen gibt, damit die einseitige emotionale Verbindung zu einer verehrten Person angezeigt werden kann, ohne dass diese bestätigt werden muss.

Kontakte pflegen. Wird ein Kontakt von der anderen Seite bestätigt, taucht er fortan in der Liste der eigenen Freunde oder Kontakte auf.

In den Social Networks gibt es mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten, mit seinen Kontakten zu kommunizieren:

  • Persönliche Nachrichten versenden
  • Eine Art „Gruscheln“: (wahrscheinlich von „grüßen“ und „kuscheln“).
  • Pinnwand/Gästebuch
  • Statusmeldungen

Indirekte Zusatzinformationen Nicht nur über die entsprechenden Benutzerprofile und die aktiven Kommunikationsmöglichkeiten können die Netzwerkteilnehmer mehr über ihre Kontakte erfahren. Sehr viele Details werden beiläufig über Funktionen geliefert, die kleine aber wichtige Bestandteile der Social Networks geworden sind und meistens von ihren Nutzern individuell eingestellt werden können, z. B. die „Neues aus meinem Netzwerk“-Funktion bei Xing.

Gruppenbildung. Obwohl es den Teilnehmern in sozialen Netzwerken hauptsächlich darum geht, wahrgenommen zu werden, braucht es zum Networking doch auch inhaltliche Anknüpfungspunkte. Diese zeigen sich in den großen Communitys durch das Herausbilden von Gruppen.

Mitgliederreputation. Angaben, die Rückschlüsse über die Reputation eines Mitglieds erlauben, sind wichtige Entscheidungshilfen, ob man mit einer bisher unbekannten Person digital in Kontakt treten soll oder nicht. Ein Anhaltspunkt ist nach wie vor die Anzahl der Kontakte ersten, zweiten und dritten Grades, da diese das soziale Kapital des Mitglieds präsentieren.

Ein eigenes Social Network erstellen

Obwohl es sehr bequem ist, sich bei bereits bestehenden Netzwerken einzunisten und deren Dienste in Anspruch zu nehmen, sind viele Leute daran interessiert, ihr eigenes Netzwerk auf die Beine zu stellen. Auch unternehmenseigene Netzwerke werden immer beliebter. Diese laufen im Intranet der Firma und sind nur für die Mitarbeiter des jeweiligen Unternehmens zugänglich.

So tickt die Software eines Social Networks

Bei einer Social-Network-Anwendung handelt es sich meistens um eine Webanwendung.

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Es gibt die zwei gängigen technischen Optionen, um sein eigenes Netzwerk zu kreiieren: Entweder man installiert sich selbstständig eine Software auf dem eigenen Server oder man nimmt die Dienste eines Hosters in Anspruch.

Verfügbare Software

Für die erstere Lösung spricht die Tatsache, dass man damit die volle Kontrolle über die sensiblen Daten behält und auch keiner unnötigen Werbung ausgesetzt wird. Die angebotene Software reicht von einfachen kleinen Programmen bis hin zu größeren Paketen, die auch für größere Communitys geeignet sind.

Open Source

  • elgg gilt als die am weitesten verbreitete Standalone Social Network Applikation im Open Source Bereich. Die erste Version wurde 2004 veröffentlicht. Mittlerweile liegt die Version 1.8beta1 vor. Zu den Nutzern zählen die Weltbank, die UNESCO und die NASA. Nach mehreren Stabilitätsupdates und dem Live-Einsatz in diversen Communities kann die Software als reif angesehen werden. Elgg ist mithilfe von über 1.000 Plugins erweitert werden. Rund um Elgg gibt es eine agile Entwicklergemeinde, die das Projekt aktiv pflegt. Kommerzielle Unterstützung ist verfügbar.
  • BuddyPress: Das Wordpress Plugin BuddyPress existiert seit April 2009. Es benötigt eine aktuelle Wordpress Blog Installation um lauffähig zu sein und basiert in weiten Teilen auf den Schnittstellen des Wordpress Frameworks. Bereits jetzt existieren etliche Plugins für BuddyPress, welche es um eine Vielzahl von Funktionen, wie Forum, Datenschutzeinstellungen und Terminplanung erweitern. Das ist auch notwendig, denn von Haus aus bringt BuddyPress nur eine begrenzte Anzahl an Features mit. Die Community hinter BuddyPress ist – vor allem wegen der Wordpress-Grundlage – durchaus groß und aktiv. Da Wordpress zu den am weitesten verbreiten Blogging-Tools gehört finden sich genügend Quellen und Programmierer mit dem entsprechenden Wissen um Eigenentwicklungen schnell umzusetzen.
  • OpenAtrium: Bei OpenAtrium handelt es sich um ein sogenanntes „Installation Profile“ von Drupal. Das bedeutet, dass es eine mehr oder minder eigenständige Software ist, die jedoch auf dem hochentwickelten und sehr beliebten Drupal Framework basiert. OpenAtrium befindet sich derzeit noch in der Betaphase von Version 1. Die ersten Releases gab es im Juni 2009, das Projekt wird nun also seit knappen zwei Jahren entwickelt. Das Drupal Framework an sich wird von einer großen, aktiven Community stetig weiterentwickelt und so ist davon auszugehen, dass auch für OpenAtrium weiterhin Plugins und Features entwickelt werden. Der große Vorteil von OpenAtrium ist tatsächlich die sehr solide und zukunftssichere Basis. Entwickler mit Erfahrung in Drupal können auch für OpenAtrium entwickeln. Die Dokumentation des Frameworks ist hervorragend.

Closed Source

  • Jive: Unter den proprietären Anbietern sticht Jive SBS (Social Business Software) klar heraus. Die Software, die seit 2006 von der Firma Jive Software entwickelt wird, hat den Anspruch, eine Umfassende Social Web Plattform für Unternehmen zu sein. Die aktuelle Version ist 4.5. Zu den Kunden von Jive SBS zählen Nike, Cisco und SAP. Jive SBS wird per Nutzer lizensiert, dazu kommen extra Lizenzen für Erweiterungen. Die Software ist über Plugins erweiterbar und es gibt eine rege Beteiligung auf der Community-Seite.
  • JustSoftware

Wichtige Dienste im WWW

  • Ning
  • OpenNetworkX

Weblinks über Social Network-Software

Literatur

Ebersbach, Heigl, Glaser (2010): Social Web, UVK.

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